meinFrankfurt: Schwanheimer Düne

Schwanheimer Düne

Frankfurt hat eine Düne. Westlich von Schwanheim gelegen, hat man hier eher den Eindruck in einem küstennahen Pinienwald irgendwo am Mittelmeer zu sein und nicht in Frankfurt am Main. Tatsächlich haben die Kiefern hier das selbe Problem wie die Pinien an den Strandbereichen. Durch den sehr kargen Boden wachsen sie nur sehr langsam. Überhaupt halten sich hier nur Arten, die sich an die nährstoffarmen Sandböden und das trockene Klima in besonderer Weise angepasst haben.

Die Düne besteht aus Sand-, Magerrasen- und Waldflächen sowie einigen kleinen Seen und beherbergt eine Vielzahl an seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier- sowie Pflanzenarten. In der Stadtregion Frankfurt ist sie einzigartig, denn im Binnenland – weit entfernt vom Meer – sind Dünen dieser Art, mit ihrer sehr wertvollen Flora und Fauna, selten zu finden.

Das Gebiet entstand nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren durch eine Verlagerung des kalkfreien Quarzsandes aus dem nahe gelegenen Main und war zunächst bewaldet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der bis dahin streng geschützte Wald, der Dannewald, vom Kiefernspanner befallen und nach Sturmschäden großflächig gerodet. Der heutige Bewuchs ist auch deshalb sehr wichtig, weil er die Düne daran hindert, zu wandern.

In den sandigen Bereichen wurden die Wege 1999 mit Bohlen ausgelegt. Dieser Bohlenweg leitet Besucher gezielt durch das Gebiet, die dieses dadurch erkunden können, ohne den sensiblen Lebensraum der Tiere und Pflanzen zu verletzen. Es ist verboten den Weg zu verlassen. Die normalen Wege sind auch ein Paradies für die Reiter. An besonderen Punkten entlang der Wege sind einige Erläuterungstafeln aufgestellt, die kurze Informationen zu den einzelnen Abschnitten enthalten. Die Düne wird von Kiesteichen, Streuobstwiesen und Hecken umgeben. Die Brombeeren können gerade jetzt gepflückt werden. Allerdings war dieses Jahr sehr trocken und deshalb ist die Ausbeute schlechter als sonst.

In der Schwanheimer Düne wurde früher einmal Sand abgebaut, zuletzt durch den Unternehmer Otto Schmitt. Die nach ihm benannte Schmitt’sche Grube lief mit Wasser voll und ist inzwischen der größte See des Naturschutzgebiets. In diesem für Besucher abgesperrten Bereich ist ein größtenteils ungestörter Lebensraum und wichtiges Rückzugsgebiet für gefährdete Vogel- und Amphibienarten. In den schilfigen Uferbereichen brüten Teichrohrsänger und Graureiher. Haubentaucher fischen hier.

Hans-Peter Brill