meinFrankfurt: Rundschau wird 70

 

Frankfurter Rundschau

Die Frankfurter Rundschau (FR) war nach dem zweiten Weltkrieg die erste zugelassene Tageszeitung in der amerikanischen Besatzungszone. Damals ging die Lizenz an Sozialdemokraten, Kommunisten und einem sozialistischen Vertreter des politischen Katholizismus. Seine linksliberale Ausrichtung hat sich die Zeitung bis heute bewahrt.

Heute feierte die Frankfurter Rundschau ihren 70. Geburtstag. Und in der Redaktion in der Mainzer Landstraße geschah heute Großes.

Oberbürgermeister Peter Feldmann würdigte die Frankfurter Rundschau vor allem als die Zeitung der kleinen Leute.

Nach zeitweise wirtschaftlich turbulenten Zeiten aufgrund dramatisch eingebrochener Absatzzahlen wurde aus dem zwischenzeitlichen SPD-Blatt nun eine redaktionell eigenständige Tochter der FAZ-Gruppe. Angeblich soll inzwischen wieder operationaler Gewinn erwirtschaftet werden. Der Chefredakteur Arnd Festerling glaubt an zumindest ein weiteres Jahrzehnt Fortbestehen.

Dabei legt die Frankfurter Rundschau ein ganz klares Bekenntnis zu ihrer lokalen Verwurzelung ab. Das geschah heute auch musikalisch:

Neben dem traditionellen Printprodukt im ebenso kleinen wie umstrittenen Tabloid-Format setzt die Frankfurter Rundschau auch ganz bewusst auf Online-Themen.

Die FAZ-Gruppe leistet sich in Frankfurt drei konkurrierende Produkte: FAZ, FNP und Frankfurter Rundschau – mit drei eigenständigen Redaktionen. Ob dies dauerhaft wirtschaftlich sein kann, ob Frankfurt wirklich eine linksliberale Zeitung braucht, entscheidet letztlich vor allem der Leser mit seinem Abonnementauftrag. Und so liegt es vor allem an Ihnen, ob die Frankfurter Rundschau weitere 70 Jahre fortbestehen kann. Auf jeden Fall wird die Zukunft ebenso spannend wie die bewegte Vergangenheit. Heute durfte erst einmal gefeiert werden und dazu gratuliere auch ich ganz herzlich.

Hans-Peter Brill

Rundschau wird 70

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