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Obdachlos in Frankfurt

Rund 250 Menschen sind in Frankfurt am Main obdachlos. Sie schlafen auf Parkbänken oder in den Eingängen von Geschäften und Garagen. Thomas Adam war 15 Jahre lang einer von ihnen und er erzählt von seiner Zeit ‚auf Platte‘.

Thomas Adam schildert, wie er in die Obdachlosigkeit geriet. Am Anfang war der Alkohol. Irgendwann hat er dann nicht mehr funktioniert. Erst hat sich sein Arbeitgeber von ihm getrennt, dann seine Frau. Zunächst halfen Freunde. Irgendwann warfen die ihn dann auch raus. Die Obdachlosigkeit begann. Thomas Adam führt die interessierte Besuchergruppe zu den Orten, an denen er damals seine Tage verbrachte und schildert eindrucksvoll seine Erlebnisse.

Thomas Adam macht deutlich, dass alkoholbedingte Obdachlose vor allem kranke Menschen sind. Und als solche benötigen sie Hilfe. Mit einer Spende hilft man niemandem, sich von der Krankheit zu befreien. Im Gegenteil – ohne den Zwang etwas ändern zu müssen, befreit sich niemand daraus. Doch mit 5 Euro kann man einem Obdachlosen immerhin einen glücklichen Tag verschaffen.

Der inzwischen 55-Jährige Thomas Adam hat seit einigen Jahren den Entzug vom Alkohol und den Absprung in ein „normales“ Leben gemeistert.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann die 90-minütige Führung „Straßenblick – Ex-Obdachlose erzählen ihre Geschichte“ über den Tourenanbieter Frankfurter Stadtevents buchen. Einen Teil der Teilnahmegebühr erhält Thomas Adam, der Rest fließt wiederum Obdachloseninitiativen zu.

Hans-Peter Brill